Basiswissen
Du interessierst dich für Naturkosmetik und willst damit beginnen zuhause Naturkosmetik selbst herstellen? Dann bist du hier genau richtig. Auf meiner Website findest du alle nötigen Infos um loszulegen. Auf dieser Seite findest du Basiswissen dazu welche Inhaltsstoffe für selbstgemachte Kosmetik verwendet werden können, welche Arten von Kosmetik und Produkten du zuhause selbst herstellen kannst, welche Utensilien du zum Start benötigst, die wichtigsten Hygieneregeln sowie Infos wo du alles einkaufen kannst.
Auf anderen Seiten meiner Website findest du detailliertere Infos (Eigenschaften, Hauttypen, …) zu bestimmten Pflanzenölen, Hydrolaten und Pflanzenpulvern, die ich gern für die Kosmetikherstellung verwende sowie Einsteiger- und fortgeschrittene Rezepte mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum selber machen.
Inhalt
Rohstoff-Gruppen in der Kosmetik
Arten von Kosmetik-Formulierungen
Produkte für die Herstellung zuhause
Rohstoff-Gruppen in der Kosmetik
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Pflanzenöle und Pflanzenbuttern sind pflegende und feuchtigkeitsspendende Komponenten einer Kosmetikformulierung. In kaltgepresster Form sind sie am hochwertigsten, da die wertvollen Fettbegleitstoffe noch enthalten sind.
Dadurch dass alle Pflanzenöle und -buttern chemisch unterschiedlich aufgebaut sind (z.B. unterschiedlich lange Fettsäureketten) haben sie unterschiedliche Pflegeeigenschaften. Einige bilden einen leichten Schutzfilm auf der Haut und schützen so vor Umwelteinflüssen, andere sind molekular besonders reaktionsfreudig und regen so den Zellstoffwechsel an (Hautregeneration).Man kann Pflanzenöle in Basis- und Wirkstofföle unterscheiden. Die Basisöle können in größeren Mengenanteilen oder pur verwendet werden (gute Hauverträglichkeit), sind relativ licht- sowie oxidationsstabil und damit gut haltbar. Wirkstofföle hingegen werden nie pur verwendet, da sie durch ihr Fettsäuremuster (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) zu stark mit der Haut reagieren und Reizungen hervorrufen könnten. Sie sind außerdem nicht so licht- und oxidationsstabil wie Basisöle und damit auch kürzer haltbar. Deshalb werden sie in geringerer Menge mit Basisölen kombiniert, um stabile Kosmetik-Formulierungen zu erhalten.
zählen zur Ölphase
mehr Infos zu Basis- und Wirkstoffölen siehe Beitrag Pflanzenöle
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Aus Pflanzen- und Blütenteilen destillierte Pflanzen- bzw. Blütenwässer. Sie enthalten geringe Anteile ätherische Öle, da diese beim Destillationsprozess gewonnen werden. Dadurch haben sie z.B. reinigende, adstringierende, abschwellende oder beruhigende Eigenschaften.
zählen zur Wasserphase
mehr Infos zu Hydrolaten siehe Beitrag Hydrolate
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Ätherische Öle sind eine eigene Kategorie und gehören weder zu den Pflanzenölen noch zu den Hydrolaten, obwohl sie hauptsächlich durch Wasserdampfdestillation gewonnen werden (wie auch Hydrolate) und eine ölige Konsistenz aufweisen (wie Pflanzenöle). Eine Ausnahme sind ätherische Zitrusöle, die durch Pressung der Zitrusschalen gewonnen werden.
Ihre pflegenden Eigenschaften reichen von reinigend, befreiend, beruhigend, stimulierend, anti-aging bis reparierend. Einige ätherische Öle haben sogar eine konservierende Wirkung, z.B. Lavendelöl oder Teebaumöl. Die Stoffe, die die ätherischen Öle so wirkungsstark und wertvoll machen sind hauptsächlich Terpene, welche auch in kleinsten Mengen in Pflanzenölen und- buttern vorliegen.
Durch ihren starken Duft sind ätherische Öle die natürliche Methode, Kosmetikprodukte zu beduften (statt Parfumölen). Sie duften und wirken so intensiv, da sie in sehr konzentrierter Form vorliegen, und sollen daher nur in geringen Mengen dosiert werden (je nach ätherischem Öl und Körperregion 1-5% der Produktmenge sonst besteht Hautreizungsgefahr).
Sie sind sehr licht- und oxidationsempfindlich, weshalb sie in kleinen Mengen und dunklen Flacons verkauft werden.zählen zur Wirkstoffphase
mehr Infos zu ätherischen Ölen siehe im Beitrag Pflanzenöle
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Pflanzenextrakte (Auszüge auf Wasser-, Öl- oder Glycerinbasis), Vitamine, Anti-Aging-Wirkkomplexe, Feuchtigkeitsspender, Sonnenschutz u.v.m. haben spezielle Wirkungen die wir uns zu Nutze machen. Sie sind u.a. extrem feuchtigkeitsspendend, haben spezielle Anti-Aging-Effekte, Hitzeschutzfunktionen, beruhigende, aufhellende oder abschwellende Eigenschaften. Sie liegen in flüssiger oder pulverförmiger Form vor. Dadurch dass sie entweder wasser- oder öllöslich sind, können wir sie gut in unsere Formulierung einarbeiten.
Ihre von Hersteller angegebenen Dosierempfehlungen sollten unbedingt eingehalten werden, damit keine Hautirritationen entstehen sondern sich die gewünschte Wirkung entfalten kann.
zählen zur Wirkstoff-, Wasser- oder Ölphase
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Pflanzenpulver, Tonerden und Pigmente (Mica oder Eisenoxide) färben unsere Formulierungen.
Tonerden haben darüber hinaus reinigende, entgiftende und mattierende Eigenschaften. Bekannt sind vor allem weisse Tonerde (Kaolin), grüne Tonerde (Montmorillonite) und rote Tonerde (Rhassoul).
Pflanzenpulver weisen Mineralien und Vitamine auf, die unsere Haut und unsere Haare revitalisieren und pflegen (u.a Flavonoide, Polyphenole, Carotinoide, Tannine, Saponine).
zählen zur Wirkstoffphase
mehr Infos zu Pflanzenpulvern siehe Beitrag Pflanzenpulver
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Peelingkörper helfen, die Haut von abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien. Sie peelen unterschiedlich stark und werden daher für die verschiedenen Körperregionen verwendet. Das Gesicht verträgt meist nur sanfte Peelingkörper wie gemahlene Blüten, Joobaperlen, Kokosraspeln. Für den Körper oder die Kopfhaut darf es etwas stärker sein, z.B. feines Salz, feiner Zucker, gemahlene Kerne oder Schalen.
zählen zur Wirkstoffphase
mehr Infos zu Peelingkörpern siehe Beitrag Peelings
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Wachse, Fettalkohole (wie Cetearyl Alkohol) oder Geldbildner ( wie Xanthan) geben der Formulierung Stabilität und Halt. Wachse werden z.B. in der Lippenflege verwendet, Cetearyl Alkohol für Emulsionen und Xanthan für Gele und gelartige Emulsionen.
Wachse sind unterschiedlich hart und werden daher für unterschiedliche Konsistenzen eingesetzt. Cera Bellina ist z.B. ein weiches Wachs und wird gern für Lippenpeelings oder weiche Balsame verwendet. Candellilawachs hingegen ist sehr hart und wird z.B. für Lippenstifte und Lippenpflegestifte verwendet. Die Härte von Bienenwachs ist zwischen dem von Cera Bellina und Candellilawachs und wird auch in geringen Mengen in schützenden Emulsionen oder in weicheren Lippenpflegestiften (in Kombination mit anderen Wachsen) verwendet.
Die Fettalkohole gehören zu den “guten Alkoholen”, die auf die Haut nicht austrocknend sondern feuchtigkeitsspendend wirken.
Wachse und Fettalkohole zählen zur Ölphase
mehr Infos zu “guten und schlechten Alkoholen” siehe Beitrag Was ist drin?
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zur Herstellung von Emulsionen (verbinden die Wasser- und Ölphase). Meine Lieblings-Emulgatoren sind Emulsan und Olivem 1000 in Verbindung mit Cetearyl Alkohol. Beide sind einfach zu verwenden, geben der Creme eine angenehme Textur und haben einen tollen feuchtigkeitsspendenden Effekt auf die Haut. Mit Emulsan kann man flüssigere Texturen erzielen, mit Olivem 1000 wird die Creme immer etwas dicker, bleibt jedoch leicht im Auftragegefühl.
In Cremes werden Emulgatoren typischerweise mit 3-8% an der Gesamtmenge dosiert.Für Haarprodukte wie Haarmasken gibt es auch extra Emulgatoren wie den Pflanzenemulgator oder Amid S 18, die z.B. extra entwirrende Eigenschaften besitzen.
zählen zur Ölphase
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Tenside sind waschaktive Substanzen, die unsere Haut reinigen (lösen Fett von der Haut). Es gibt sie in flüssiger oder pulverförmiger Form.
Tenside sind entweder
- anionisch (negativ geladen im hydrophilen Teil) z.B. Sodium Lauryl Sulfate (SLS), SCS, SCI
- nichtionisch (nicht geladen im hydrophilen Teil) z.B. Coco Glucoside
- kationisch (positiv geladen im hydrophilen Teil) z.B. Amid S 18 oder
- amphoter (positiv und negativ geladen im hydrophilen Teil) z.B. Betain
Am weitesten verbreitet sind anionische Tenside, da sie gut reinigen und preiswert sind. Sie können durch ihre gute Reinigungskraft aber auch reizend wirken.Nichtionische Tenside sind am hautfreundlichsten. Ihre Reinigungskraft ist jedoch geringer und sie sind teurer, daher werden sie oft nur als Co-Tensid verwendet.
Die Ladung in amphoteren Tensiden hängt vom pH-Wert ab. Unter 5 sind sie positiv geladen, über 5 negativ geladen. Sie sind grundsätzlich gut hautverträglich, biologisch gut abbaubar und besitzen gute reinigende Eigenschaften. Sie werden gern mit anionischen Tensiden gemischt, da sie sich gut ergänzen. In Haarformulierungen werden amphotere Tenside nie solo eingesetzt wegen ihrer beschwerenden Wirkung.
Kationische Tenside werden eingesetzt, um das fliegen der Haare zu verhindern und die Haaroberfläche mit ihrer positiven Ladung zu glätten. Daher werden sie oft in Conditionern verwendet, wirken jedoch nur bis zur nächsten Haarwäsche und haben keine tiefreparierenden Eigenschaften. Sie haben eine leicht konservierende Wirkung und sind biologisch nicht gut abbaubar.
zählen zur Wirkstoffphase
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Ohne Konservierung sind unsere selbstgemachten Produkte, die Wasser enthalten, nur ca. 1-7 Tage haltbar. Dann sind sie so von Bakterien befallen (da sich diese in Wasser vermehren), dass sie Hautreizungen hervorrufen können und die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe nicht mehr gegeben ist.
Daher empfehle ich zugelassene Konservierer zum haltbar machen der selbstgemachten Kosmetik zu verwenden.
Für Kosmetikprodukte, die Wasser enthalten, gibt es synthetische (z.B. Cosgard) und natürliche Konservierer (z.B. Weingeist und Leucidal). Darüber hinaus gibt es noch weitere Stoffe mit stark oder weniger stark konservierenden Eigenschaften. Dazu zählt z.B. Magnolia Bark Extrakt (starker Breitband-Konservierer in Verbindung mit Pentylene Glycol) und auch ätherische Öle wie Teebaumöl.Kosmetikprodukte, die nur aus Ölen bestehen (Pflanzenöle, -buttern, Wirkstofföle und ätherische Öle) benötigen keine der oben erwähnten Konservierer, da sich Bakterien hier nicht vermehren. Öle laufen hingegen Gefahr, an der Luft zu oxidieren und ranzig zu werden. Daher ist es hier ratsam Antioxidantien wie Vitamin E in die Formulierung miteinzubinden, um die Öle stabil zu halten und sie stets dunkel (und kühl) zu lagern.
zählen zur Wirkstoffphase
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verschiedene Stoffe, die unsere Formulierung verbessern z.B. Silica, pH-Wert-Einsteller, Magnesium Stearate, Parfum.
pH-Wert Einsteller gibt es für den sauren wie für den basischen Bereich. Meist werden saure pH-Wert Einsteller gebraucht, da die Formulierungen eher zu basisch als zu sauer sind (v.a. bei der Verwendung von Tensiden und einigen Emulgatoren).
zählen zur Wirkstoffphase
Für die Kosmetikherstellung werden die eben beschriebenen Rohstoffgruppen in sogenannte Phasen eingeteilt. Es gibt die Wasserphase, Ölphase und Wirkstoffphase. Zur Wasserphase zählen alle wässrigen Komponenten wie Hydrolate und destilliertes Wasser. Zur Ölphase zählen alle Pflanzenöle, Pflanzenbuttern und Emulgatoren sowie Konsistenzgeber. Zur Wirkstoffphase gehören alle wasser- und öllöslichen Wirkstoffe sowie Pulver und Hilfsstoffe. Die Zuordnung in diese Phasen erleichtert die Rezepterstellung und die anschließende Herstellung von Kosmetikprodukten. Vor allem beim Rühren von Cremes spielt das eine große Rolle. So kann z.B. das Verhältnis von Fett, Wasser und Wirkstoffen gut aufeinander abgestimmt werden.
Alle oben beschriebenen Rohstoffgruppen habe ich den jeweiligen Phasen zugeordnet.
Arten von Kosmetik-Formulierungen
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Zusammensetzung: Mischung von Komponenten auf Wasserbasis z.B. Hydrolate, wässrige Pflanzenextrakte z.B. Gurkenextrakt, Aloe Vera oder Amla-Infusion mit z.B. wasserlöslichen Wirkstoffe z.B. Koffein oder Ceramide und/oder Komponenten auf Alkoholbasis z.B. Glycerin, Weingeist
Beispiele: Gesichtswasser, Leave-In Spray
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Zusammensetzung: Mischung aus wässriger und öliger Komponente
Beispiele: 2-Phasen Make-Up Entferner oder 2-Phasen Körper Spray
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Zusammensetzung: Mischung von Komponenten auf Ölbasis z.B. Pflanzenölen mit öllöslichen Wirkstoffen wie Vitamin E und ätherischen Ölen. Unterschiedlich stark pflegende und fettende Mischungen sind möglich je nach dem ob schwere/ reichhaltige oder leichte/schnelleinziehende Öle verwendet werden.
Beispiele: Gesichtsölserum, Massageöl, Haaröl
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Zusammensetzung: Mischung von Komponenten auf Ölbasis z.B. Pflanzenölen und Pflanzenbuttern (50:50), Wachse, öllösliche Wirkstoffe z.B. Vitamin E, ätherische Öle
Beispiele: Body Butter, Nagelbutter/ Nagelbalm, Lippenpflegestift/ Lippenbalsam
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Zusammensetzung: wasserbasiertes oder ölbasiertes Gel möglich, Mischung von wässriger Komponente mit Gelbildner z.B. Xanthan oder Mischung von öliger Komponente mit Gelbildner für Öle z.B. Gelisucre.
Beispiele: wasserbasiertes Gesichtspeeling, ölbasiertes Lippenpeeling
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Zusammensetzung: Mischung von pulverförmiger und wässriger Komponente, optional ölige Komponente und wasser- sowie öllösliche Wirkstoffe
Beispiele: Pre-Shampoo Maske, Gesichtsmaske
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Zusammensetzung: Mischung von wässriger Komponente mit flüssigen Tensiden, optional noch wasserlösliche Wirkstoffe und ölige Komponenten möglich
Beispiele: Duschschaum, Gesichtsreinigungsschaum
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Zusammensetzung: Mischung von wässriger und öliger Komponente unter Zuhilfenahme eines Emulgators z.B. Emulsan, Olivem 1000, optional weitere Komponenten möglich wie wasser- und öllösliche Wirkstoffe, alkoholbasierte oder pulverförmige Komponenten.
Es können Texturen zwischen leichten Fluids und reichhaltigen dicken Cremes hergestellt werden.Beispiele: Tagescreme, Body Lotion, Haarkur
Infos zum Aufbau einer Öl-in-Wasser-Emulsion bald verfügbar
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Zusammensetzung: Mischung von pulverförmigen und flüssigen Tensiden mit wässriger Komponente, außerdem pulverförmige und ölige Komponenten sowie wasserlösliche Wirkstoffe
Beispiele: festes Shampoo, fester Conditioner
Produkte für die Herstellung zuhause
Zuhause lassen sich eine ganze Reihe verschiedener Kosmetikprodukte herstellen. Meine Rezeptsammlung für Einsteiger und Selbstrührer mit Erfahrung findest du hier.
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A. Einfach herzustellende Produkte:
Peelings
Gesichtswasser
Abschmink-Lotion
Duschschaum
Körperbutter
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B. Mittelschwer herzustellende Produkte:
B1. Gele
B2. festes Shampoo/Conditioner/Reinigung
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C. Komplexer herzustellende Produkte:
C1. Emulsionen (Gesichts- und Körpercremes, Haarmaske, …)
C2. Seife
Basisausstattung für Einsteiger
Die gute Nachricht ist, dass für einen Einstieg in die eigene Kosmetikherstellung nicht allzu viele Dinge nötig sind. Mit den vorhandenen Utensilien aus der Küche sollte aus hygienischen Gründen jedoch nicht gearbeitet werden. Es sollten extra Utensilien für die Kosmetikherstellung angeschafft werden.
A. = Basisequipment | Um die einfachen Produkte der oben stehenden Kosmetikprodukte herzustellen benötigst du folgendes:
Feinwaage (zeigt zwei Ziffern nach dem Komma an z.B. 1,52 Gramm)
Schälchen zum Mischen (z.B. aus Edelstahl mit 300ml Fassungsvermögen)
kleiner Trichter, um flüssige Gemische direkt in die Flaschen abzufüllen
Löffel (Ess- und Teelöffel)
Spatel
kleinen Hand-Rührbesen (z.B. aus Edelstahl)
pH-Indikatorstäbchen, zur Kontrolle des Endprodukts
Flaschen und/oder Tiegel für das Endprodukt
Reinigungs- und Hilfsmittel z.B. Isopropylakohol zur Desinfektion, Küchenpapier und Einmal-Handschuhe
B2. | Für die Herstellung von festem Shampoo/Conditioner/Reinigung benötigst du außerdem:
Silikonförmchen
Mund- und Nasenschutz (wegen der pulverförmigen Tenside)
B1.+C1. | Für die Herstellung von Gelen und Emulsionen benötigst du außerdem:
zwei hohe hitzebeständige Bechergläser (z.B. 100ml oder 200ml)
mehrere kleine Schälchen zum Abwiegen (z.b. 20-30ml)
Rührgerät (z.B. elektrischer Milchaufschäumer), um Emulsionen und Gele herzustellen
Thermometer (digital ist am einfachsten), für die Herstellung von Emulsionen
kleinen Teigschaber für die Bechergläser
Plastikspritze (ca. 50 ml), um dickflüssige Cremes in Flaschen abzufüllen
C2. | Für die Herstellung von Seifen benötigst du außerdem:
zwei laugenfeste Messbecher (Größe 2 Liter)
Pürierstab aus Edelstahl
Edelstahltopf (Größe ca. 3 Liter)
kleines Plastiksieb
Teigschaber aus Silikon und Edelstahl
alter Joghurtbecher (ca. 150ml )
Silikonform für die Seife (z.B. Kastenform 1,2 Liter oder 6er Silikonform diverse Muster
Unterlage aus Plastik
etwas zum Schneiden der Seife z.B. ein großes Messer oder einen Seifenschneider
besondere Kleidung: laugenfeste Handschuhe, Kittel/altes Oberteil mit langen Ärmeln, Schutzbrille für die Augen, Mund- und Nasenschutz


Hygiene & Standards
Damit deine selbstgerührten Kosmetika so lange wie möglich haltbar sind und du dieselben Produkte immer wieder genauso herstellen kannst, gibt es einige Best-Practices, die dir dabei helfen.
Hygiene
keine Utensilien verwenden, die auch zum Kochen benutzt werden
vor dem Rühren Hände, Unterlage und Utensilien desinfizieren bzw. sterilisieren —> Desinfektion mit Weingeist oder Isopropylakohol oder Sterilisierung durch das mehrminütige Abkochen mit kochendem Wasser (funktioniert nur bei Edelstahl und hitzebeständigem Glas)
Utensilien auch während des Rührens sauber halten (z.B. zwischendurch mit einem mit Alkohol getränktem Tuch säubern oder mehrere Utensilien zur Verwendung haben, damit entnommene Mengen aus Tiegeln (z.B. Pflanzenbutter oder Pulver) diese nicht mit Bakterien verunreinigen
Raum vorher und währenddessen gut belüften —> reduziert umherfliegende Keime. Zudem sollten Alkoholaerosole nicht direkt über mehrere Minuten eingeatmet werden (können ein leichtes Schwindelgefühl verursachen)
tragen von Einmalhandschuhen oder anderen Laborhandschuhen —> schützt die Hände vor zu viel Desinfektionsmittel und so können die Hände leichter und öfter an den getragenen Handschuhen während des Rührens neu desinfiziert werden
tragen eines Mundschutzes —> mindert die Menge an umherfliegenden Keimen während des Rührens und schützt gleichzeitig vor dem Einatmen staubiger Inhaltsstoffe wie z.B. fester Tenside (SCI, SCS, …), Xanthan, diversen Pflanzenpulvern
Standards
jede Herstellung dokumentieren (Datum, verwendete Inhaltsstoffe, genaue Mengenangaben, Abläufe, Beobachtungen), eine von mir entworfene Vorlage gibt es zum kostenlosen Download hier
Herstellung anhand eines vorher erstellten Ablaufplans damit keine Schritte oder Zutaten vergessen werden (hinzugegebene Zutaten für noch mehr Sicherheit abhaken, so kann es nicht passieren dass etwas vergessen oder doppelt hinzugegeben wird)
Beschriftung aller Produkte mit Namen, Herstellungsdatum und Haltbarkeit, damit es nicht zu Verwechslungen kommt und keine abgelaufenen Produkte verwendet werden
angemessene Lagerung aller Rohstoffe und Endprodukte für maximale Haltbarkeit (z.B. Hydrolate, Gesichtswasser, empfindliche Pulver und Pflanzenöle im Kühlschrank sowie eine trockene, dunkle, und kühle Lagerung für alle übrigen Rohstoffe), Wärme und Licht beschleunigen das Verderben von Rohstoffen
Produkt aus Tiegeln nur mit einem sauberen trockenen Löffel oder sauberen trockenen Fingern entnehmen und schnell wieder verschließen, damit sich keine Keime ansiedeln können.
Für Utensilien und Rohstoffe gibt es einige tolle hochwertige Onlineshops, auf denen du bestellen kannst. In Drogerien und Apotheken können auch Rohstoffe gekauft werden (z.B. Pflanzenöle, -buttern, ätherische Öle und Hydrolate). Dort sind sie aber um einiges teurer als online.
Ich kaufe online gern in diesen 3 Onlineshops ein:
alexmo-cosmetics.de (Deutschland)
aroma-zone.com (Frankreich)
spezielles Seifenzubehör (z.B. Lauge) auf kosmetik-manufaktur.at (Österreich)
Bei Rohstoffen finde ich es wichtig, dass nachvollziehbar ist wo sie genau herkommen, wie sie hergestellt wurden und wie sie in der Kosmetik verarbeitet werden sollen (z.B. Dosierempfehlung und in welchem Herstellungs-Schritt die Zugabe erfolgen soll). Für Naturkosmetik sollten Produkte mit einer biologischen Anbauweise und schonenden Herstellung bevorzugt werden.
Bezugsquellen
Foto-Credits siehe Impressum unter Bildrechte.
Nun steht deinen selbstgerührten Naturkosmetikprodukten nichts mehr im Weg! Meine Rezeptsammlung für Einsteiger und Selbstrührer mit Erfahrung findest du hier.