Warum sollte ich zu Naturkosmetik wechseln?

Naturkosmetikprodukte enthalten grundsätzlich Inhaltsstoffe, die deiner Haut einen langfristigen Pflegeeffekt bieten, in die Hautbarriere integriert werden können und diese nicht belasten sowie schonend zur Umwelt sind. Deshalb solltest du diese Produkte den konventionellen Produkten vorziehen.

 

Überspitzt gesagt tut herkömmliche Kosmetik wenig bis nichts für deine Haut und einige Inhaltsstoffe sind sogar schädlich für dich (mehr dazu in diesem Beitrag über schädliche Inhaltsstoffe). Naturkosmetik legt ursprünglich, wie der Name verrät, Wert auf die Kraft natürlicher Inhaltsstoffe. Diese werden aufgrund ihrer Struktur langfristig besser in deine Haut integriert als Kosmetik aus Erdölprodukten (konventionelle Kosmetik), haben Dank der Natur ein breites Spektrum an nützlichen Eigenschaften wie z.B. sekundären Pflanzenstoffen in kaltgepressten Pflanzenölen und haben keinen bis ein geringen negativen Effekt auf die Umwelt. Naturkosmetik hilft dir langfristig, deine Haut in Balance zu halten und Zeichen der Hautalterung vorzubeugen. Sie kleistert deine Haut nicht einfach zu, damit sie für den Moment prall aussieht.

Naturkosmetik wirkt anders

  • langfristiger Pflegeeffekt, kein kurzfristiges Aufpolstern, das bei der nächsten Gesichtsreinigung wieder verschwunden ist

  • Kraft der Natur -> die Natur bietet viele Stoffe zur Körperpflege und -verschönerung

  • natürliche Inhaltsstoffe haben keinen negativen Effekt auf die Umwelt

  • ganzheitlicher Pflegeansatz, stärkt die eigenen Regenerationskräfte der Haut und hilft ihr ins Gleichgewicht zurück zu finden

  • Tiefenwirksamkeit, z.B. Vorbeugung von Zeichen der Hautalterung auf lange Sicht (Pflegestoffe dringen aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu den Zellen in der Haut in tiefliegendere Hautschichten ein und entfalten dort ihre Wirkung)

Was ist Naturkosmetik?

Seit ein paar Jahren ist der Begriff Naturkosmetik fester Bestandteil in den Regalen der Drogeriemärkte, Parfümerien und Supermärkte. Jeder große Kosmetikhersteller hat mittlerweile eine “grüne” Kosmetiklinie auf den Markt gebracht, die im oder neben dem Naturkosmetiksegment platziert ist. Dabei ist oft nicht klar was genau an Naturkosmetik anders sein soll. Und definieren alle Hersteller Naturkosmetik gleich?

Ich beschäftige mich seit 2014 mit Inhaltsstoffen in (Natur-)Kosmetik, habe seitdem viele Fachbücher gelesen, im Internet recherchiert und stelle meine eigene Naturkosmetik für mich her. Mittlerweile habe ich einen guten Überblick über diesen oft undurchsichtigen Markt.
Meine Erkenntnis: Der Begriff Naturkosmetik ist nicht geschützt, nicht einheitlich genug definiert und Siegel für die Naturkosmetikzertifizierung lassen immer mehr nicht direkt natürliche Inhaltsstoffe zu. Das bedeutet innerhalb der Naturkosmetik gibt es qualitativ riesige Unterschiede zwischen Produkten. Und Produkte, die keine Naturkosmetik sind, können durch geschicktes Marketing und Produktverpackung für solche gehalten werden.

Egal ob Naturkosmetik oder herkömmliche Kosmetik, die Herstellung und der Verkauf von Kosmetikprodukten unterliegt strengsten Regelungen, die in verschiedenen Gesetzen verankert sind wie z.B. der europäischen Kosmetik-Verordnung und den international gültigen Herstellungsgrundsätzen GMP (Good-Manufacturing-Practice, zu deutsch “gute Herstellungspraxis”).

Grundsätzlich kann man Naturkosmetik und herkömmliche Kosmetik jedoch so unterscheiden:

Unterschiede

herkömmliche Kosmetik | Es gibt keine Listen mit zugelassenen Inhaltsstoffen, sondern nur Listen mit nicht zugelassenen Stoffen. Daher kann hier alles enthalten sein, von hochwertigen Pflanzenölen bis zu Erdölen (Silikonen) und Paraffinen, aggressiven oder milden Tensiden, Mikroplastik und hormonell wirksamen Inhaltsstoffen.

zertifizierte Naturkosmetik | Die Listen mit nicht zugelassenen Stoffen für herkömmliche Kosmetik gelten auch für Naturkosmetik. Zudem gibt es je nach Siegel definierte zugelassene Inhaltsstoffgruppen und klare Vorgaben wie stark modifiziert ein Inhaltsstoff sein darf. Einige Label schreiben zudem einen bestimmten Prozentsatz an biologisch angebauten Inhaltsstoffen vor. Je nach Siegel sind die Strenge der Vorgaben teilweise weit auseinanderliegend.

Naturkosmetik als ursprüngliche Idee | Verwendung von natürlichen so in der Natur vorkommenden Stoffen (Pflanzenölen, -buttern, -wässern, ätherischen Ölen). Mittlerweile werden jedoch immer mehr naturnahe¹ und naturidentische² Stoffe dazugezählt.

Meine Definition von Naturkosmetik

Für mich bedeutet Naturkosmetik, dass nur natürliche (aus der Natur stammende), naturnahe (leicht verarbeitete/modifizierte) und idealerweise aus nachhaltigem Anbau/Gewinnung stammende Inhaltsstoffe enthalten sein dürfen. Es ist wahrscheinlich einfacher den Begriff Naturkosmetik damit abzugrenzen, was er für mich nicht bedeutet.

KEIN Einsatz von Erdölprodukten und -derivaten wie Silikonen und Paraffinen
KEIN Einsatz von hormonähnlichen Stoffen wie Parabenen
KEIN Einsatz von aggressiven Stoffen wie Laurylsulfaten (Tenside) und Isopropylalkohol
KEIN Einsatz von “Füllstoffen”, wie billigen Lipiden (z.B. Coco Caprylaten, kein übermäßiger Einsatz von Glycerin oder Emulgatoren)
KEIN Einsatz von umweltschädigenden Stoffen wie z.B. Mikroplastik, Nano-Partikeln und korallenzerstörende UV-Filtern

Die Unterschiede von herkömmlicher Kosmetik und Naturkosmetik sowie den Qualitätsunterschieden innerhalb der Naturkosmetik lassen sich ganz gut an einem direkten Beispiel erläutern.

Unterschiede von herkömmlicher Kosmetik und Naturkosmetik am Beispiel von drei Tagescremes

  • Naturkosmetik - strengere Definition

    Feuchtigkeitspflege von 100% Pure (online), Preis 46,50€/40ml

    Zutatenliste*:

    Rosa Centifolia Flower Water, Glycerin, Salvia Hispanica Seed Gel, Salvia Hispanica Seed Oil, Cocos Nucifera Oil

    4 von 5 der Top 5 Hauptbestandteile der Creme sind direkt natürliche Zutaten wie Rosenwasser, Chiasamengel, Chiasamenöl und Kokosöl. Statt Wasser wird teureres und pflegendes Rosenwasser verwendet. Glycerin ist ein verarbeiteter aber pflegender Stoff auf Alkoholbasis.

    Opuntia Ficus-Indica Extract, Xanthan Gum, Panthenol, Sodium PCA, Hyaluronic Acid, Butyrospermum Parkii Butter, Ionicera Japonica Flower Extract, Glyceryl Stearate SE, Cetearyl Alcohol, Sodium Stearoyl Lactylate, verschiedene ätherische Öle

    Kaktusextrakt, natürliches Verdickungsmittel (fermentierter Zucker), Vitamin-B-Vorstufe, Feuchthaltemittel gewonnen aus Weizen oder Zuckerrohr (natürlich aber verarbeitet), Hyaluronsäure (Fermentierung von Hefe), Sheabutter, Heckenkirschenextrakt, Emulgator, Co-Emulgator (guter Alkohol), pH-Wert Korrektur, Duft

    *oberste Zutaten haben den höchsten Anteil im Produkt

  • Naturkosmetik - weite Definition

    Feuchtigkeitspflege von alviana (Drogerie), Preis 4,50€/50ml

    Zutatenliste:

    Aqua, Helianthus Annuus Seed Oil, Alcohol, Glycerin, Coco Caprylate

    2 von 5 der Top 5 Hauptbestandteile der Creme sind direkt natürliche Zutaten wie Sonnenblumenöl und Wasser. Glycerin und Coco Caprylate sind ok aber nur indirekt natürlich, da verarbeitet. Alkohol an dritter Stelle der Zutatenliste ist bedenklich, da er in zu hoher Konzentration austrocknend wirkt und Glycerin an vierter Stelle ebenfalls auf Alkoholbasis hergestellt wird. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um denaturierten Alkohol sondern unbehandelten, was positiv ist.

    Prunus Amygdalus Dulcis Oil, Glyceryl Stearate Citrate, Butyrospermum Parkii Butter. Decyl Oleate, Cetearyl Alcohol, Olea Europaea Fruit Oil, Rosa Canina Fruit Extract, Simmondsia Chinensis Seed Oil, Sodium Hyaluronate, Tocopherol, Sodium Levulinate, Xanthan Gum, Parfum, Sodium Anisate, Levulinic Acid

    Mandelöl, Emulgator, Sheabutter, Lipid (natürlich aber verarbeitet), Co-Emulgator, Olivenöl, Wildrosenextrakt, Jojobaöl, Hyaluronsäure, Vitamin E, Konservierer (natürlich aber verarbeitet), natürliches Verdickungsmittel (fermentierter Zucker), Duft, Konservierer (natürlich aber verarbeitet), Konservierer (natürlich aber verarbeitet)

  • herkömmliche Kosmetik

    Feuchtigkeitspflege von Nivea (Drogerie), Preis 4€/50ml

    Zutatenliste:

    Aqua, Glycerin, Ethylhexyl Salicylate, C12-15 Alkyl Benzoate, Alcohol Denat.

    1 von 5 der Top 5 Hauptbestandteile der Creme sind direkt natürliche Zutaten wie Wasser. Glycerin ist ein verarbeiteter aber pflegender Stoff auf Alkoholbasis. Ethylhexyl Salicylate ist ein synthetischer UV-Filter der als leicht bedenklich gilt. C12-15 Alkyl Benzoate ist ein synthetisches Lipid (“Öl”). Auch hier sind zwei Stoffe alkoholischen Ursprungs in den Top 5, was die Haut austrocknen kann.

    Cetearyl Alcohol, Butyl Methoxydibenzoylmethane, Caprylic/Capric Triglyceride, Distarch Phosphate, Glyceryl Stearate, Hydroxypropyl Starch Phosphate, Phenylbenzimidazole Sulfonic Acid, Tocopheryl Acetate, Nymphaea Alba Root Extract, Sodium Stearoyl Glutamate, Butyrospermum Parkii Butter, Ethylhexylglycerin, Hydroxyacetophenone, Tapioca Starch, Xanthan Gum, Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine, Sodium Chloride, Trisodium EDTA, Sodium Hydroxide, Phenoxyethanol, Parfum

    Co-Emulgator (guter Alkohol), synthetischer UV-Filter, Neutralöl (keine sekundären Pflanzenstoffe enthalten), Verdickungsmittel (natürlich aber verarbeitet), Emulgator, Verdickungsmittel (synthetisch oder natürlich aber verarbeitet), synthetischer UV-Filter, Vitamin E Acetat (synthetisch), weißer Seerosenextrakt, Emulgator, Sheabutter, synthetischer Konservierer, synthetisches Antioxidant, Tapiokastärke, natürliches Verdickungsmittel (fermentierter Zucker), synthetischer UV-Filter, Kochsalz, synthetischer Konservierer, pH-Wert Korrektur, synthetischer Konservierer, Duft

Mein Fazit “100% Pure”: Diese Creme enthält fast ausschließlich natürliche und effektive Planzenöle, -buttern, -hydrolate, -extrakte, gute Alkohole und ist damit sehr pflegend und wertvoll. Sie enthält einen geringen Anteil an Emulgatoren, was sehr hautfreundlich ist. Zu hoch dosierte Emulgatoren können sehr sensitive Haut reizen. Zudem kommt sie mit der kleinsten Zutatenliste der verglichenen Tagescremes und als einzige ohne Füllstoffe aus.

Mein Fazit “alviana”: Diese Creme enthält viele natürliche Pflanzenöle, -buttern, -extrakte, gute Alkohole und pflegende Wirkstoffe jedoch einen insgesamt hohen Anteil an alkoholhaltigen Inhaltsstoffen. In der Creme sind meiner Meinung nach für Naturkosmetik unnötige Stoffe enthalten, die lediglich Geldeinspareffekten dienen jedoch der Haut wenig langfristige Pflegeeffekte bieten (Füllstoffe wie Coco Caprylate und Decyl Oleate ohne wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe gegenüber kaltgepressten Pflanzenölen). Jedoch für den geringen Preis sind wiederum in Summe gute Inhaltsstoffe enthalten (Mandelöl, Sheabutter, Jojobaöl, Hyaluronsäure, Wildrosenextrakt).

Mein Fazit “Nivea”: Diese herkömmliche Creme enthält gegenüber den Naturkosmetikcremes nur 3 Inhaltsstoffe direkt natürlichen Ursprungs und wenig guten Alkohol. Dafür enthält sie aber eine Menge an anderen Stoffen, die kaum bis gar keinen langfristig pflegenden Effekte für die Haut haben und sie nur “gepflegt” erscheinen lassen (z.B. C12-15 Alkyl Benzoate, Caprylic/Capric Triglyceride). Es gibt einen hohen Anteil an schlechtem Alkohol, der die Haut austrocknen kann und drei verschiedene Konservierungsmittel, die in der Menge für die Haut belastend sein können. So wird ein Nachcreme-Effekt erzeugt. Zudem gibt es am Gesamtanteil der Creme vier verhältnismäßig hochdosierte synthetische UV-Filter, mindestens einer davon gilt als bedenklich. Synthetische UV-Filter sind einzeln sehr instabil und müssen in bestimmten Konstellationen kombiniert werden, damit sie sich nicht abbauen - geringer dosiert (d.h. in der Zutatenliste weiter hinten auftauchend) bzw. anders kombiniert würde aber auch ausreichen, schließlich ist diese Tagescreme keine reine Sonnenschutzcreme. Meiner Meinung nach tut diese Creme wenig Gutes für die Haut, da es fast keine Inhaltsstoffe gibt, die langfristig in die Hautbarriere integriert werden und dort etwas wertvolles (z.B. zur Zellregeneration oder Hautbarrierereperatur) beitragen können. Für fast denselben Preis leistet die Tagescreme von alviana wesentlich mehr für die Haut (z.B. Jojobaöl lässt sich aufgrund seiner Struktur gut in die Haut integrieren und repariert die Hautbarriere, Mandelöl wirkt sehr tiefenwirksam in der Haut und damit langfristig).


Naturkosmetikprodukte enthalten also grundsätzlich Inhaltsstoffe, die deiner Haut einen langfristigen Pflegeeffekt bieten, in die Hautbarriere integriert werden können und diese nicht belasten sowie schonend zur Umwelt sind. Deshalb solltest du diese Produkte den konventionellen/herkömmlichen Produkten vorziehen.

Grundsätze beim Kauf von Naturkosmetik

Da wie oben geschrieben der Begriff Naturkosmetik nicht geschützt ist und teilweise sehr gedehnt wird, soll dir diese Übersicht dabei helfen, Produkte ausfindig zu machen, die sich enger am ursprünglichen Naturkosmetikgedanken orientieren.

Grundsätze beim Kauf von Naturkosmetik

  1. Inhaltsstoffe, die einen langfristig hautpflegenden Nutzen haben.

Pflege- und Wirkstoffe
Pflanzenöle, -extrakte, -buttern, -wachse, -puder und -hydrolate, ätherische Öle, Mineralien (Zink, Kupfer, Magnesium,…), Tonerden, weitere Wirkstoffe (u.a. Hyaluron, Squalan, Proteine, Inulin, pflanzliches Glycerin, …) -> idealerweise ökologisch angebaut und hochwertig verarbeitet und so geringfügig wie möglich im Labor modifiziert/ weiterverarbeitet (noch direkt nachvollziehbarer pflanzlicher Ursprung)
Tenside
pflanzliche Saponine (in der Natur vorkommende Tenside wie in Rosskastanien, Shikakaipulver, Reethapulver), Tonerden, milde Zucker- oder Kokoswaschtenside (z.B. Coco Glucoside, Sodium Cocoyl Isethionate (SCI), Betaine, Decylglucosid)
Konservierung
Weingeist (96%iger unvergällter Alkohol, Achtung kein denaturierter/vergällter Alkohol!), Magnolia Bark Extract & Pentylene Glycol (Baumrindenextrakt und Zuckerderivat), Leucidal (Fermentation von Milchsäurebakterien in z.B. Rettich), ätherische Öle mit antibakterieller, - viraler und -fungizider Wirkung wie ätherisches Teebaumöl oder Lavendelöl, Vitamin E
Emulgatoren/Stabilisatoren
so gering wie möglich dosiert, hochwertig und aus Pflanzen gewonnen (u.a. Olivem 1000, Emulsan, Cetearyl Alkohol, …)

2. Der Fokus sollte auf wenigen aber hochwertigen Zutaten liegen.

3. Keine Verwendung bedrohter oder zu aufwändig erntbarer Rohstoffe, vor allem wenn es gute Alternativen gibt (z.B. Reisprotein statt Seidenprotein).

4. Verzicht auf unnötige Inhaltsstoffe, die keinen wesentlichen Nutzen bringen und eventuell nur als günstiges Füllmittel enthalten sind (Wasser, günstige Öle (Coco Caprylate, Caprylic Triglyceride, Sojaöl), zu hoher Anteil an pflanzlichem Glycerin und Emulgatoren z.B. Glyceryl Stearate).

5. Gesunde Skepsis bei Inhaltsstoffen, die zu sehr nach Chemie klingen. Botanisch klingende Inhaltsstoffe dagegen deuten auf einen natürlichen Ursprung hin.

Nach diesen etwas weniger strengen aber immer noch enggefassten Grundsätzen, stelle ich meine eigene Kosmetik her.

Naturkosmetik-Siegel geben etwas Sicherheit, sind mit den Jahren aber weicher geworden und geben so auch nicht immer eine verlässliche Auskunft zur “Naturnähe” des Produkts. Es hilft nur der Blick auf die Zutatenliste und sich mit den grundlegenden Bestandteilen der Kosmetik auseinanderzusetzen. Mittlerweile müssen die Zutaten in zertifizierter Naturkosmetik je nach Siegel teilweise nur noch im entferntesten einen pflanzlichen Ursprung aufweisen und können im Labor hergestellt worden sein. Hierzu zählen alle offiziell in der Naturkosmetikzertifizierung zugelassenen Inhaltsstoffe. Diese Liste wird seit Jahren immer länger, damit Naturkosmetik immer günstiger hergestellt werden kann. So werden auch immer mehr möglicherweise hautirritierenden Zutaten zugelassen wie einige Konservierungsstoffe (Sodium Benzoate), viele Parfumstoffe, viele Füllmaterialien.

Echte Naturkosmetik ist jedoch nicht supergünstig, dafür hilft sie langfristiger und der Nachcreme-Effekt wird nicht erzeugt sondern eine echte Hautbalance.

¹ Definition von naturnah nach dem Natrue-Siegel: Substanzen aus der Natur, die mittels zulässiger chemischer Reaktionsverfahren modifiziert werden. Naturnahe Substanzen dürfen nur aus 100% natürlichen Inhaltsstoffen und nicht aus Kunststoffen stammen.

² Definition von naturidentisch nach dem Natrue-Siegel: Substanzen, die im Labor reproduziert werden, aber in der Natur vorkommen. Hierbei sind nur ausgewählte Pigmente, Mineralien und Konservierungsstoffe erlaubt und auch nur dann, wenn diese zur Gewährleistung der Verbrauchersicherheit und der Reinheit der Inhaltsstoffe unbedingt erforderlich sind.

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